Sonntag, 1. April 2012

Stadt aus Trug und Schatten von Mechthild Gläser

Buchinformationen 
  Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Loewe, Ausgabe 1 (Jänner 2012)
Sprache: Deutsch

ISBN-10:3785574029
ISBN-13: 9783785574027
Preis: € 17,95
Reihe: 1. Teil in der Schattenwelt-Trilogie
Leseprobe

  Rezension:
@Sarahs Buch-Archiv (3 von 5 Sterne)









Wer? 
Flora und Marian

Wo? 
Essen und Eisenheim

Was?
 
ein Mädchen entdeckt die Stadt der wandernden Seelen


Flora Gerstmann ist 17 Jahre und lebt zusammen mit ihrem etwas zerstreuten Vater, der professionell Aquariumfische züchtet, und ihrer Haushälterin Christabel in einer kleinen Wohnung. Sie geht zur Schule, trifft sich mit ihrer besten Freundin Wiebke und deren Zwillingsbruder Linus, tanzt Ballett - was man halt so in ihrem Alter macht.
Dann beginnt Flora eines Tages plötzlich, Schatten zu sehen, große Schatten, die sich bewegen und von denen sie sicher ist, daß sie lebendig sind. Und zu Hause erwartet sie die nächste Überraschung: ihr Vater, der sonst einen absoluten Sicherheitstick hat und nicht mal Wiebke in die Wohnung lässt, verkündet, daß sie auf unbestimmte Zeit einen Austauschschüler beherbergen werden. Marian Immonen kommt aus Finnland, ist ein bißchen älter als sie und sieht ausgesprochen gut aus. Trotzdem ist sie entschlossen, ihn nicht zu mögen, weil er ihr Leben so durcheinander bringt.

Als Flora an diesem Abend ins Bett geht, schläft sie nicht einfach ein, sie fällt auf eine seltsame, farblose Stadt zu und landet in einer Art Labor. Sie wird von einem Mann namens Fluvius Grindeaut empfangen - und von Marian. Die beiden versprechen, ihr alles zu erklären, doch Flora bekommt es mit der Angst zu tun und läuft davon. Sie irrt durch die Stadt, durch feine Viertel, aber auch durch Stadtteile mit Arbeiterbarracken, denen alle jegliche Farbe fehlt. Dann wird sie von einem Mann auf einem geflügelten Pferd angegriffen und versteckt sich. In ihrem Versteck trifft sie den Bettler Barnabas, der ihr einen sichelförmigen Gegenstand schenkt. Und er verrät ihr den Namen der Stadt: Eisenheim.

Als Marian am nächsten Tag versucht, sie auf die Ereignisse der Nacht anzusprechen, lässt Flora ihn erstmal abblitzen. Doch dann werden Wiebke und sie von einem Schatten, einem Mann auf einem geflügelten Pferd, den Wiebke jedoch nicht sehen kann, angegriffen. Marian kommt ihnen zu Hilfe und erklärt ihr, daß das ein Schattenreiter war, der nach ihr sucht. Und er erklärt ihr noch einiges mehr: Eisenheim ist die Stadt der wandernden Seelen, das heißt, die Seelen aller Menschen begeben sich während ihres Schlafs dorthin. Der Großteil weiß im wachen Zustand nichts von seinem Leben in Eisenheim, diese Menschen werden Schlafende genannt. Eine Handvoll Menschen ist jedoch in beiden Welten wach, sie sind die Wandernden. Bis vor kurzem war Flora eine Schlafende, doch dann hat sie sich entschieden, eine Wandernde zu werden, deshalb erlebt sie jetzt ihre Besuche in Eisenheim bewusst mit.

In der nächsten Nacht bringt Marian sie nach Notre-Dame, wo sich das Hauptquartier des Grauen Bundes befindet, dessen Großmeister Fluvius Grindeaut ist und dem auch Marian, Christabel - und Flora angehören. Der Graue Bund ist für die Sicherheit und den Schutz des Schattenfürsten, des Herrschers Eisenheims, zuständig. Fluvius Grindeaut erzählt ihr, daß sie für den Bund in den Palast eingebrochen ist und den Weißen Löwen gestohlen hat, einen Stein mit großen Kräften, und ihn dann an einem unbekannten Ort versteckt hat. Er bleibt vage über die Bedeutung des Steins, nur daß er wert- und machtvoll ist und zerstört werden muss. Weil Flora den Stein gestohlen hat, sind nun die Schattenreiter hinter ihr her. Nach dem Diebstahl hat Floras Seele aus welchem Grund auch immer offensichtlich beschlossen, sich selbst zu einer Wandernden zu machen, doch im Zuge dessen hat sie alle Erinnerungen an ihr Leben als Schlafende vergessen und weiß nun nicht mehr, warum sie den Stein gestohlen und wo sie ihn versteckt hat.
In ihrem Zimmer in Notre-Dame findet sie eine Nachricht von ihrem schlafenden Ich: sie darf niemandem trauen, nicht einmal sich selbst.

Marian gesteht Flora, daß er und ihre Seele sich geliebt haben, was erklärt, warum er ihr so vertraut ist und sie sich so zum ihm hingezogen fühlt. Allerdings ist Flora ganz anders als ihre Seele: vorsichtiger, weniger spontan und abenteuerlustig. Weshalb Marian das Gefühl hat, sie nicht mehr zu kennen und sie immer wieder zurückweist.
Als ihr Vater für ein paar Tage verreist, wird Flora auf dem Bahnhof erneut von Schattenreitern angegriffen. Sie entdeckt, daß das sichelförmige Gerät, das sie von dem Bettler bekommen hat, eine Waffe ist und zwar eine ziemlich radikale.
In der nächsten Nacht sieht sie zum ersten Mal den Mann, der hinter ihr her ist. Der Eiserne Kanzler ist ein jung wirkender Mann, der allerdings, als sein Körper gestorben ist, in Eisenheim 'hängengeblieben' ist und seit sehr langer Zeit dort lebt. Er ist der engste Vertraute des Schattenfürsten und sehr mächtig und undurchschaubar.
Flora lässt sich von Marian dazu überreden, heimlich einen Maskenball des Schattenfürsten zu besuchen und bekommt dort, als der Fürst seine Maske abnimmt, den Schock ihres Lebens: der Schattenfürst ist ihr Vater!

Daraufhin wird Flora nicht mehr in Notre Dame, sondern im Buckingham-Palast (alle möglichen bekannten Bauwerke sind in Eisenheim zu finden) einquartiert, sie ist total verwirrt und stinkesauer auf Marian, daß er ihr diese nicht unwichtige Tatsache verschwiegen hat.
Nachdem sie eine Weile auf eigene Faust nach ihrem Gedächtnis gesucht und Hinweisen auf den Verbleib des Weißen Löwen hinterhergejagt hat (und nach einigem Hin und Her zwischen ihr und Marian, der sich nicht entscheiden kann, ob er sie noch liebt oder nicht), kann sich Flora endlich daran erinnern, wo sie den Weißen Löwen versteckt hat: in den Pyramiden von Giseh. Blöderweise befindet sie sich während dieser Erkenntnis in Gegenwart des Kanzlers und dieser erkennt sofort, was Sache ist.
Flora macht sich davon und versucht Marian zu finden, der sich aber mal wieder aus Notre-Dame davongeschlichen hat. Durch das Haus, zu dem er gegangen ist, gelangt Flora in eine Höhle, wo eine seltsame Maschine steht: das kosmologische Materiophon, das die reale Welt und Eisenheim verbinden, bzw. vermischen kann. Marian erzählt ihr, daß seine Eltern das Gerät erfunden und gebaut haben und deshalb vom Kanzler getötet wurden, der es für sich selber haben will. Es fehlt nur noch der Weiße Löwe, der das Materiophon mit Energie versorgt.
Dann taucht plötzlich ein Monster in der Höhle auf und Flora läuft davon.

Am nächsten Tag erhält Flora einen panischen Anruf von Linus: er und Wiebke werden von Schatten angegriffen, die sie beide sehen können! Flora und Marian vertreiben die Schattenreiter; wie sich später herausstellt, sind ihre Freunde aber nicht zu Wandernden geworden. Daß sie die Schatten sehen konnten, ist ein Anzeichen dafür, daß sich die Welten zu vermischen beginnen und der Kanzler hat den Angriff befohlen, um Flora aus der Reserve zu locken.
In der Nacht macht sich Flora auf den Weg zu den Pyramiden, um den Weißen Löwen zu bergen. Dieser verbirgt sich in einem See, der sich unterhalb der Pyramide in einer Grotte befindet. Dort hat ihn Flora im Fels versteckt, den sie irgendwie durchdringen kann.
Als sie den Weißen Löwen hat, steht plötzlich Marian vor ihr und verlangt, daß sie ihm den Stein gibt. Das Ungeheuer in der Höhle ist seine Schwester und er will das Materiophon benutzen, um zu verhindern, daß sie sich jede Nacht in ein Monster verwandelt. Das würde aber bedeuten, daß sich die beiden Welten vermischen (was auch das Ziel des Kanzlers ist, da er es nicht mehr erträgt, in der schwarz-weißen Welt Eisenheims gefangen zu sein), was katastrophale Folgen hätte und so sehr Flora Marian auch liebt, wird sie ihm diesen Wunsch nicht erfüllen.

Die beiden werden von Barnabas, dem Bettler, unterbrochen, der sich als Diener des Kanzlers entpuppt. Und das sichelförmige Gerät, das er Flora gegeben hat, ist in Wirklichkeit ein Gedankenüberträger. Der Kanzler besitzt ein Gegenstück und sobald Flora den 'Telechromaten' benutzt, weiß der Kanzler genau, was in ihrem Kopf vor sich geht und ist so immer über ihre Schritte informiert. Der Kanzler offenbart ihr außerdem, daß Fluvius Grindeauts Motive auch nicht wirklich edel sind: er will den Weißen Löwen benutzen, um alle Schlafenden aufzuwecken, was ebenfalls katastrophale Folgen hätte. Flora erkennt endlich, daß sie sich selbst zu einer Wandernden gemacht hat, um den Stein vor allen zu schützen.
Sie springt wieder den See, durchquert den Fels und schwebt plötzlich in einem Raum aus Licht und versteckt dort den Stein. Zurück am Ufer entwendet sie dem Kanzler seinen Telechromaten und richtet beide Geräte auf ihren Kopf, um ihr Gedächtnis zu löschen. Was aber nicht funktioniert, allerdings tut Flora so also ob und alle - der Kanzler, der Großmeister und Marian - glauben, daß der Weiße Löwe für immer verloren ist.

Der Abschluss bildet ein Ball in Eisenheim, den Floras Vater veranstaltet, um seine Tochter - die Thronfolgerin - offiziell vorzustellen. Dabei hört Flora ein Gespräch mit, bei dem es um eine Prophezeiung geht, die sich um ein Mädchen und einen Stein dreht. Sie sieht auch endlich Marian wieder, der bei der Auseinandersetzung in der Pyramide von den Schattenreitern verletzt wurde. Marian ist bitter, weil er seiner Schwester jetzt nicht mehr helfen kann, sagt aber, daß er Flora nicht hassen kann. Die Sache zwischen den beiden ist weiterhin eine wackelige Angelegenheit.


Vielleicht noch wichtige Details für einen zweiten Teil:
∗ Linus ist in Flora verliebt, sie hat aber nur schwesterliche Gefühle für ihn.
∗ Flora ist im Gegensatz zu ihren schlafenden Ich völlig talentlos, was das Kampftraining betrifft.
∗ Flora hat in der gleichaltrigen Katharina eine Feindin beim Grauen Bund. Katharina scheint vor allem eifersüchtig auf Floras Beziehung zu Marian zu sein.
∗ Es rankt sich ein Geheimnis um Floras Mutter, die die Familie irgendwann aus unbekannten Gründen verlassen hat.
∗ In Notre Dame lebt die mysteriöse sogenannte Dame, deren Gesicht immer hinter einer Maske versteckt ist.
∗ Fluvius Grindeaut hat ein echtes Alkoholproblem.
∗ Es gibt eine Gruppierung namens "Verfechter der Freiheit des Schlafes", die aus Mitgliedern des Grauen Bundes, aber auch aus anderen Wandernden besteht. Diese Verfechter sind sich nicht ganz einig, was ihre Ziele betrifft: wollen sie nur die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Schlafenden verbessern oder alle Schlafenden zu Wandernden machen?
∗ Flora und der Weiße Löwe scheinen irgenwie zusammenzugehören, sie fühlt sich, als wäre er ein Teil von ihr. Zufällig ist er auch am Tag ihrer Geburt vom Himmel gefallen...

Danke an Sarah von Sarahs Buch-Archiv!

Kommentare:

  1. hey ^^
    bin zufällig auf deinen blog gelandet und muss sagen hier ist es schön :)
    bin auch gleich leserin bei dir geworden
    schau doch auch mal bei mir vorbei :)
    lg Alisia

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  2. Tolle Idee dieser Blog! :-) Das Problem kenne ich nur zu gut, dass ich nicht mehr weiß wie ein Buch geendet hat ...
    Darf ich fragen wo ihr euren Header gestaltet habt? Der gefällt mir nämlich sehr gut und ich bin gerade dabei meinen Blog umzugestalten :-)

    Der vorherige Kommentar kam auch von mir (jedoch von meinem Konto mit dem Testblog), wäre toll, wenn ihr ihn löschen könntet :-)

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    1. Hallo Sophia :)

      Es ist schön zu sehen, dass unsere Idee Zuspruch findet. Uns geht es ja auch oft genug so, dass wir uns nicht mehr genau erinnern können, dabei könnten manche Dinge durchaus wichtig sein.

      Den Header hat Jasmin gemacht, aber mit einem Programm, dass jetzt leider nicht mehr zur Verfügung steht (Picnik). Seine Funktionen müssten aber von Google+ übernommen worden sein, falls dir das weiterhilft!

      liebe Grüße, Melanie

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