Montag, 5. März 2012

Die Dämonenfängerin: Aller Anfang ist Hölle von Jana Oliver

 Buchinformationen
Gebundene Ausgabe: 537 Seiten
Verlag: Fischer Fjb; Auflage: 1 (5. September 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841421105
ISBN-13: 978-3841421104
Originaltitel: The Demon Trappers1. Forsaken
Preis: 16,99 €
Reihe: Teil 1 von bisher 3 

Rezensionen zum Buch








Wer?
Riley Blackthorne

Wo?
Atlanta, USA, 2018

Was?
Dämonenfänger vs. Dämonen


Riley Blackthorne lebt in einer Zeit gar nicht so fern in der Zukunft. 2018 hat sich Atlanta stark verändert: viele Teile der Stadt sind verfallen und zu Dämonenhochburgen geworden, denn die Dämonen fallen hemmungslos über die Welt her.
Deshalb gibt es die Dämonenfänger, die mit ihrer Arbeit versuchen, die Flut von Dämonen einzudämmen und die Menschen vor ihnen zu beschützen, indem sie sie fangen und an die Kirche weiterverkaufen. Im Gegensatz zu den Dämonenjägern des Vatikans töten sie sie aber nicht.

Rileys Vater Paul ist einer dieser Dämonenfänger, denn nachdem Rileys Mutter an Krebs gestorben ist, bleibt nur er, um sich und seine Tochter zu versorgen. Neben den hohen Lebenserhaltungskosten ihrer Zeit fallen auch noch mehrere tausend Dollar Rückzahlung für die Behandlungen ihrer Mutter an, die den Krebs aber leider nicht aufhalten konnten, so dass sie starb.
Darum muss Paul jede Nacht auf Dämonenjagd gehen und Riley weiß: womöglich wird er eines Tages nicht wieder nach Hause kommen.
Doch auch sie selbst hat diesen Lebensweg für sich gewählt. Sie kann sich nicht anderes vorstellen, als nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung selbst Dämonen zu fangen. Damit ist ihr Vater zwar eigentlich gar nicht einverstanden, jedoch hat er sich trotzdem bereit erklärt, sie auszubilden und in die Zunft der Dämonenfänger einzuführen.
Die Zunft jedoch ist damit nicht so ganz zufrieden. Riley wäre die erste Frau in der Zunft von Atlanta und einige der Meisterfänger hegen lautstark Zweifel an Rileys Tauglichkeit.
Eines Tages wird Riley dann in die Universitätsbibliothek bestellt, um dort einen kleinen Dämon niedrigster Klasse zu fangen. Das scheint auch wunderbar zu laufen, dann aber kommt plötzlich Sturm in der Bibliothek auf und die Bibliothek wird verwüstet. Erst später wird Riley klar, in welcher Gefahr sie eigentlich schwebte: ihr war ein gefährlicher Geo-Dämon höchster Klasse auf den Fersen, der Wetter und Erde kontrollieren kann.

Dieser Vorfall ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Zunft, die alles Riley in die Schuhe schieben will. Geradeso kommt sie davon, ohne hinausgeschmissen zu werden.
Doch der nächste Schock folgt schon kurz darauf: morgens steht der schwer verletzte Denver Beck vor der Tür – Pauls erster Lehrling, der mittlerweile zu seinem Partner aufgestiegen ist. Den kann Riley allerdings gar nicht leiden, denn anfangs war sie ein wenig in ihn verliebt und er behandelte sie deshalb stets respektlos und abweisend.
Beck berichtet ihr, er und ihr Vater wären auf einer Jagd in einen Hinterhalt geraten. Eigentlich waren sie hinter einem „Dreier“ her, also einem Dämon dritten Grades (demgegenüber sind „Einer“ die schwächsten, und „Fünfer“ (die Geo-Dämonen), die am stärksten sind). Zusätzlich tauchte dann aber ein Geo-Dämon auf und traf mit einem Angriff Paul tödlich.

Für Riley ist das ein schwerer Schlag, denn nun ist sie vollkommen allein. Sie hat in Atlanta keine Familie mehr, die einzige Tante ist ihr verhasst.
Es kommen eine Vielzahl von Problemen auf sie zu: sie hat keine Ahnung, wie sie nun ihre Wohnung und ihren Lebensunterhalt besorgen soll, denn sie ist nur ein Lehrling – und nun ohne Meister, der sie ausbildet. Nebenher muss sie auch noch zur Schule. Und Totenwache wird sie bis zum nächsten Vollmond auch noch halten müssen, um ihren Vater davor zu bewahren, von einem Nekromanten beschworen und als lebende Leiche an reiche Bewohner verkauft zu werden, denen er als willenloser Sklave dienen müsste. Gegen Beck muss sie außerdem auch noch ankämpfen, denn der will sie unbedingt zu ihrer Tante schicken, um sie nicht am Hals zu haben.

Schlimmer kann es kaum noch kommen.
Als an einem Abend Beck anbietet, einen Teil der Totenwache zu übernehmen, beschließt Riley, selbst auf die Jagd zu gehen, denn ihr Geld geht zur Neige. Und eines steht fest: sie wird nicht zu ihrer Tante ziehen, da kann Beck machen, was er will.
Die Jagd geht jedoch furchtbar schief: Riley schafft es zwar knapp, einen Dreier zu erwischen (der am Tod seines Vaters beteiligt war) zu fangen, doch sie trägt eine schwere Verletzung am Bein davon und dann nehmen ihr auch noch zwei Kerle den gefangenen Dämon ab. Riley bleibt nichts anderes übrig, als zu fliehen, da sie gegen die Männer keine Chance hat.
Riley weiß, dass die Verletzung schwer wiegt, denn die Zähne und Klauen der Dreier sind giftig. Getreu den Regeln behandelt sie ihr Bein mit Weihwasser, welches das Gift neutralisieren soll. Doch das tut es nicht und Riley schafft es nur knapp nach Hause, bevor sie stark zu fiebern beginnt.
Als Beck sie am nächsten morgen findet, steht ihr Leben auf Messers Schneide, und nur die Heilerin der Zunft kann Riley durch eine schmerzhafte Behandlung vor dem Tod bewahren.
Hinterher stellt sich heraus, dass Rileys Weihwasser zu alt gewesen sein muss und deshalb seine reinigende Wirkung bereits verflogen war – und das, obwohl Riley das Weihwasser ganz frisch besorgt hatte und auch das Weihdatum auf der Flasche dies bewies.

In einer Versammlung der Zunft kann die gesundete Riley sich dann endlich durchsetzen und wird einem neuen Meisterfänger zugewiesen, der sie ausbilden soll: es ist ausgerechnet Harper, der Rileys Aufnahme in die Zunft immer missbilligt hat.
Dementsprechend schlecht behandelt er sie dann auch und Riley weiß, sie muss sich zusammenreißen und ganz von vorn anfangen, wenn sie es zum Gesellen schaffen will.
Ein Trost ist ihr währenddessen Harpers zweiter Lehrling Simon, der ihr bei ihrer ersten Totenwache behilflich war. Die beiden kommen sich immer näher und schließlich wird Simon Rileys Freund, auch wenn die beiden ihre Beziehung vor Harper geheim halten müssen.
Derweil beginnt Beck zu merken, dass er Gefühle für Riley entwickelt, sagt ihr davon allerdings bis zum Ende nichts.

Währenddessen gehen in Atlanta seltsame Dinge vor. Es scheint neben der Kirche plötzlich noch jemanden zu geben, der den Dämonenhändlern (denen die Fänger die gefangenen Dämonen bringen) ihre Dämonen abkauft – und dafür überdurchschnittlich gut bezahlt. Niemand weiß jedoch, zu welchem Zweck dies getan wird. Außerdem wissen alle höheren Dämonen plötzlich Rileys Namen, obwohl das völlig unüblich ist – und das kann nur Gefahr bedeuten. Und nicht zuletzt greifen die Dämonen – wie am Tag von Pauls Tod – plötzlich in Gruppen an, was vollkommen untypisch für die Dämonen ist, die eigentlich Einzelgänger sind…

Nebenher findet Riley auch Aufzeichnungen ihres Vaters: er hatte vor seinem Tod ausführliche Recherchen über Weihwasser angestellt – von der Geschichte des Weihwassers bis zu dessen Herstellung in der Region um Atlanta hatte er alles genau dokumentiert. Riley beginnt sich zu fragen, warum dieses Thema für ihren Vater derart wichtig gewesen war…

Eine Antwort auf diese Frage erhält sie, als sie wieder einmal für Harper die Drecksarbeit machen muss: sie sortiert Weihwasserflaschen, die recycelt werden sollen und dabei fällt ihr etwas auf: jede Weihwasserflasche besitzt eine Chargennummer und ein Weihdatum. Die Chargennummer gibt Auskunft darüber, wo und wann das Wasser produziert wurde, am Weihdatum orientieren sich die die Fänger, um die Frische des Weihwassers einzusehen.
Riley nutzt die Chargennummernliste in den Recherchen ihres Vaters, denen dort Produktionsstätte und –zeitraum zugeordnet sind und macht eine ungeheuerliche Entdeckung: das Weihdatum stimmt in einigen Fällen nicht mit der Chargennummer überein.
Schließlich kann Riley sich einen Reim daraus machen: irgendjemand bringt Weihwasser in Umlauf, das keines ist und füllt dazu normales Wasser ab. Riley wäre das beim Angriff des Dreiers fast zum Verhängnis geworden und auch ihr Vater starb, weil das Weihwasser die Dämonen damals nicht außer Gefecht setzte.

Auf der nächsten Versammlung der Zunft trägt sie diese Entdeckung vor und kann die Mitglieder von der Wahrheit überzeugen – kurz bevor die Hölle über sie hereinbricht: plötzlich steht ihr Vater hinter ihr (reanimiert von einem Nekromanten) und fordert Riley auf, sofort zu fliehen. Nur Momente später greifen unzählige Dämonen das Gebäude an und dringen durch die Schutzvorrichtungen. Es bricht Chaos aus und im Kampf gegen die Dämonen sterben mehrere wertvolle Zunftmitglieder. Auch Simon wird schwer verletzt und wird sofort ins Krankenhaus gebracht.

Doch das schlimmste steht noch bevor: vor dem Gebäude taucht erneut der Geo-Dämon auf, der Riley in der Bibliothek bedrohte und ihren Vater umbrachte. Riley weiß genau, dass er hinter ihr her ist und will gegen ihn antreten, um den Rest der Zunft zu schützen. Sie ist chancenlos, denn der Dämon ist zu mächtig.
Schließlich wird sie vom Dämonenjäger Ori gerettet, dem sie schon zuvor begegnet war und der hinter dem Geo-Dämon her ist.
Ori kann den Geo-Dämon vorerst in die Flucht schlagen, doch trotz allem sind die Reihen der Zunft Atlantas deutlich ausgedünnt und man weiß, es wird Jahre dauern, um die alte Stärke zurück zu gewinnen.

Riley hat derweil nichts anderes im Kopf als Simon. Als sie im Krankenhaus ankommt, hat man eine schreckliche Nachricht für sie: Simons Gehirn ist betroffen und er wird deshalb wohl nie wieder aus dem Koma erwachen. Riley fühlt sich wie erschlagen, schon wieder ist sie alleine, weil der Tod ihr eine geliebte Person genommen hat.
Im Krankenhaus trifft sie auf Marta, die bei der Totenwache ihres Vaters geholfen hatte, bevor ein Nekromant diese durchbrochen hatte. Es stellt sich heraus, dass sie ein Engel ist und sie schließt mit Riley einen Handel: Simons Leben gegen einen himmlischen Auftrag, den Riley irgendwann erfüllen müssen wird.
Riley stimmt schließlich zu und Simon wird wie durch ein Wunder wieder gesund.

Doch es bleiben viele Fragen offen: Wo ist ihr Vater, der wiedererweckt wurde? Wer verkauft Weihwasser, welches keines ist? Und wer außer der Kirche kauft Dämonen – und das zu besseren Preisen? Warum rotten sich die Dämonen plötzlich zusammen und greifen die Zunft an? Warum wussten alle Dämonen, die Riley im Laufe der Zeit zu sehen bekam, ihren Namen? Und warum ist der Geo-Dämon hinter ihr her? Und was wird Riley als Gegenleistung für Simons Genesung tun müssen?

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