Sonntag, 26. Februar 2012

Mitternachtsmorde von Linda Howard

Buchinformationen
Broschiert: 414 Seiten
Verlag: Blanvalet (2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442359694
ISBN-13: 978-3442359691
Preis: - vergriffen -
Reihe: ---
Rezensionen zum Buch
@Sarahs Buch-Archiv (3 von 5 Sterne)











Wer?
Knox Davis & Nikita Stover

Wo? 
Pekesville, Kentucky

Was? 
Zeitreisende Polizistin kommt in die Gegenwart

Vorgeschichte
Pekesville, ein kleines Städtchen im Bundesstaat Kentucky. Im Jahr 1985 wird dort vom Bürgermeister in einer feierlichen Zeremonie eine Zeitkapsel vergraben, die erst in hundert Jahren wieder ausgegraben werden soll. Der fünfzehnjährige Knox Davis nimmt eher zufällig an der Feierlichkeit teil, allerdings fällt ihm dabei etwas auf: er beobachtet, wie dreizehn Dinge in die Kapsel gelegt werden, in der Zeitung war allerdings die Rede von nur zwölf Dingen. Leider kann niemand seine Fragen bezüglich dieses dreizehnten Artikels beantworten.

Zwanzig Jahre später
Knox ist inzwischen Chief Investigator des Countys. Eines Tages prangt ein Loch in einem Rasenstück vor dem Gerichtsgebäude - ein oder mehrere Unbekannte haben über Nacht die Erde aufgebuddelt und die Zeitkapsel gestohlen. Eigentlich fällt dieser Vorfall unter geringen Vandalismus, aber Knox ist für seine Vorliebe für Rätsel bekannt und geht der Sache nach. Er entdeckt etwas Seltsames: auf den Bändern der Überwachungskameras, die den Platz zeigen, ist an der entscheidenden Stelle nur ein weißer Blitz zu sehen, der oder die Diebe sind nicht auszumachen.
Doch schon kurze Zeit später wird Knox durch einen 'richtigen' Fall abgelenkt. Ein Anwalt wurde ermordet und auch hier gibt es einige ungewöhnliche Aspekte: erstens ist das Haus von innen verschlossen und zweitens wurde das Opfer über eine Distanz von wenigen Metern hinweg von einem Speer durchbohrt.

Nikita Stover ist FBI-Agentin und stammt aus der Zukunft. In 200 Jahren werden Zeitreisen möglich sein und sie wurde in der Zeit zurückgeschickt, um einen nicht autorisierten Zeitreisenden zu finden. Sie ist bereits der dritte Agent, der mit dieser Mission betraut wurde; der erste wurde ermordet, der zweite musste ergebnislos abbrechen. Nikita hat die Sprache und Sitten der Vergangenheit studiert und ist sehr aufgeregt, endlich in die Vergangenheit eintauchen und ihr Wissen testen zu können.
Als sie den Tatort untersucht, wird sie dabei von Knox ertappt, der ihr vorerst ihre Identität abnimmt, aber misstrauisch bleibt. Wenige Minuten später wird auf Nikita geschossen, was plötzlich ein ganz neues Licht auf ihre Mission wirft. Nikita erkennt, daß es einen Verräter in ihren eigenen Reihen geben muss, denn niemand sonst kann wissen, daß sie zu dieser Zeit genau an diesem Ort sein würde. Was bedeutet, daß sie ganz auf sich allein gestellt ist.

Sie fahren zusammen ins Knox' Büro, wo er bald die Bestätigung erhält, daß es beim FBI keine Agentin namens Nikita Stover gibt. Nikita setzt alles auf eine Karte, erzählt ihm die Wahrheit über sich und bittet ihn, ihre Handtasche zu durchsuchen. Sie hofft, daß die technischen Apparate darin, die viel zu weit entwickelt für diese Zeit sind, ihn neugierig genug machen, um ihr wenigstens zuzuhören.
Knox begutachtet ihren unzerstörbaren FBI-Ausweis und einen DNA-Scanner, aber erst das Reskin, das Schnitte innerhalb weniger Sekunden heilt, lösen die gewünschte Reaktion bei ihm aus. Er ist zwar noch nicht hundertprozentig überzeugt, nimmt ihr aber die Handschellen ab und hört sich ihre Geschichte an.

Als nächstes möchte Nikita in ihre Zeit zurückkehren, um ihren Vorgesetzten von ihren neuen Erkenntnissen Bericht zu erstatten. Doch als sie das Waldstück erreichen, in dem Nikita angekommen ist, erkennt sie entsetzt, daß die Manschetten, die sie für die Zeitreise benötigt, verschwunden sind. Plötzlich materialisiert sich vor ihnen ein weiterer Zeitreiseagent, der seine Waffe auf sie richtet. Nikita reagiert sofort und tötet ihn mit einem Schuss aus ihrer eigenen Laserwaffe.
Nun ist Knox vollständig überzeugt, daß Nikita die Wahrheit gesagt hat und bewegt sich zu seinem Unmut in eine Grauzone hinein, als er beschließt, den Toten nicht zu melden, denn sie könnten wohl kaum dessen Anwesenheit und Todesart erklären.

Da Nikita in Gefahr ist, quartiert er sie bei sich zu Hause ein, während er in seiner Arbeit verbreitet, daß die FBI-Agentin wieder abgereist wäre. Beide gestehen sich ein, daß sie sich zu dem anderen hingezogen fühlen, doch am ersten Abend tauschen sie nicht mehr als ein paar Küsse. Und Knox erzählt Nikita von seiner Verlobten Rebecca, die vor sieben Jahren kurz vor ihrer Hochzeit an einer Hirnblutung starb.
Nikitas Herkunft beflügelt Knox' Neugierde ungemein und als ihm auffällt, wie ausgeglichen und emotionslos sie auf alles reagiert, kommt ihm plötzlich der Gedanke, ob sie nicht ein Roboter sein könnte. Er platzt mit der Frage raus und erst hinterher geht ihm auf, was für einen phänomenalen Schnitzer er sich damit geleistet hat. Nikita ist wie vor den Kopf geschlagen. Nicht nur gefällt es natürlich keiner Frau, als Roboter bezeichnet zu werden, Knox hat damit außerdem einen besonders wunden Punkt bei ihr getroffen, denn Nikita hütet ein Geheimnis, das sie von anderen Menschen beträchtlich unterscheidet. Sie ist stocksauer und sagt ihm, daß er nie wieder auch nur daran denken soll, sie zu küssen.

Dann geschieht ein weiterer Mord: der ehemalige Bürgermeister von Pekesville wurde erdrosselt und langsam wird die Verbindung zwischen den Morden und der Zeitkapsel offensichtlich. Knox und Nikita suchen im Archiv der Bibliothek nach Informationen über ihren Inhalt und wer damals alles bei der Feier anwesend war. Laut Nikita enthält die Zeitkapsel, als sie 2085 geöffnet wird, ein Papier mit mathematischen Formeln, die im Endeffekt die Entwicklung der Zeitreisetechnologie möglich machen. Doch wer könnte der geniale Kopf sein, der diese Formeln verfasst und heimlich in die Zeitkapsel gelegt hat?
In einem Waldstück, das Knox schon vor ein paar Tagen aufgesucht hat, weil dort seltsame Blitze (wie sie bei Zeitreisen entstehen, wie er inzwischen weiß) gesichtet wurden, entdeckt Nikita die DNA und damit endlich die Identität ihres Gegenspielers: Hugh Byron ist einer ihrer Kollegen und zufällig der beste Freund des Agenten, der vor ihr ohne Ergebnisse von seiner Mission zurückgekehrt ist.
Und er ist - wie die Leserin inzwischen auch schon weiß - der Liebhaber von Ruth Lacey, Knox' Beinahe-Schwiegermutter, mit der er immer noch freundschaftlichen Kontakt hat. Byron hat Ruth zu seiner Komplizin gemacht, indem er ihr versprochen hat, sie in die Vergangenheit reisen zu lassen, damit sie Rebeccas Tod verhindern kann (wobei einem Dank Nikitas Ausführungen sofort klar ist, daß er sie belügt). Ruth war es auch, die am Tatort des ersten Mordes auf Nikita geschossen hat.

In dieser Nacht werden Nikitas Ärger auf Knox und ihre Bedenken, daß Beziehungen zwischen zwei Menschen aus verschiedenen Zeiten verboten sind, unwichtig und sie schlafen endlich miteinander. Daraufhin erzählt Nikita Knox von ihrem Geheimnis: in ihrer Zeit wurden in einem eigentlich verbotenen Experiment mehrere hundert Klon-Babys gezüchtet, die ihren kranken 'Originalen' eigentlich als 'Materiallager' dienen sollten, doch das Experiment wurde aufgedeckt, bevor es dazu kam. Nikita ist eines dieser Babys, sie ist im Grunde nur die Kopie eines Menschen, doch sie wurde damals von ihren Eltern gekauft und genauso aufgezogen und geliebt wie ihre inzwischen verstorbene Schwester, bzw. ihr Original. In der Zukunft ist ihr sozialer Status äußerst prekär und Nikita hat immer versucht, sich so unauffällig wie möglich zu verhalten, weswegen Knox' Frage sie auch so stark getroffen hat. Sie ist es gewohnt, daß ihre Mitmenschen mit Ekel auf ihre Eröffnung reagieren und daß es für Knox überhaupt kein Drama ist, ist ungeheuer wertvoll für sie.

Am nächsten Morgen merken sie, daß sie von Byron beschattet werden. Außerdem entdecken sie, daß Howard Easley, der vor zwanzig Jahren Coach an der Schule war (und sich wenige Tage nach Vergrabung der Zeitkapsel aufgehängt hat), ein Diplom einer angesehenen Universität besaß und er sehr wahrscheinlich der Urheber des Zeitreise-Manuskripts war.
Sie durchsuchen die Garage des Anwesens, auf dem der Coach damals gelebt hat und entdecken in einem alten vermoderten Karton - die Zeitkapsel. Anscheinend hatte der Coach sie schon vor zwanzig Jahren kurz nach der Zeremonie ausgegraben und in seiner Garage versteckt. Easley hat die Ergebnisse seiner Forschungen auf eine Kassette gesprochen und diese in den Recorder gelegt, der sowieso Teil des Inhalts war.

Know und Nikita kehren nicht in sein Haus zurück, sondern fahren zu dem seines Vaters, um zu duschen und sich umzuziehen. Durch Ruth kommt Byron an diese Information, doch dank Knox' Vater sind sie vorgewarnt, daß sie unerwarteten Besuch erhalten. In dem Schusswechsel, der darauf folgt, verletzt Knox Byron tödlich. Mit seinem letzten Atemzug verrät er ihnen noch, worum es ihm und seinen Mit-Verschwörern ging: um das Patent für Zeitreisen und den damit verbundenen Reichtum. Ihres Geliebten beraubt, versucht Ruth die Zeitreise-Manschetten zu benutzen, doch Byron hat sie manipuliert und sie sprengt sich selbst in die Luft.
Womit sie auch Nikitas Schicksal besiegelt: ohne die Manschetten kann sie nicht in ihre Zeit zurückkehren und da die Manschetten von der Zukunft aus überwacht werden, denken ihre Kollegen nun, daß Nikita tot ist und werden kein Rettungsteam senden, das sie auch gegen ihren Willen zurückholen würde. Was die optimale Lösung für das Problem ist, daß Beziehungen zwischen zwei Menschen aus verschiedenen Zeiten absolut verboten sind.
Nikita und Knox kopieren Easleys Formeln auf ein Blatt Papier, verstecken es in der Zeitkapsel und sorgen dafür, daß die Kapsel wieder ordnungsgemäß vergraben wird, damit sie genau so in achtzig Jahren gefunden werden kann.

Der Epilog zeigt Nikitas Eltern in der Zukunft, die um ihre vermeintlich tote Tochter trauern. Doch Nikita ist es gelungen, ein Paket so zu platzieren, daß es genau zum gewünschten Zeitpunkt ausgeliefert wird und sie schickt ihren Eltern nicht nur die Nachricht, daß sie lebt und glücklich ist, sondern auch mehrere Packen Papier, die in der Zukunft ein Vermögen wert sind.

Danke an Sarah von Sarahs Buch-Archiv

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