Montag, 30. Januar 2012

Die Stadt der verschwundenen Kinder von Caragh O'Brien

Buchinformationen
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (24. Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345352800X
ISBN-13: 978-3453528000
Originaltitel: Birthmarked
Preis: 16,99 €
Reihe: Teil 1 von 3 der Birthmarked-Triologie

Rezensionen zum Buch
@ Colliding Worlds (4 von 5 Sterne)







Wer?
Gaia Stone 

Wo?
Zukunft, dystopische Welt, Wharfton, Enklave

Was?
Jugendroman, Dystopie um eine junge Hebamme


Gaia lebt in einer Welt weit in der Zukunft. Dort hat der Klimawandel die Erde stark verändert, es mangelt den Menschen an Wasser und Grundgütern wie Strom oder Holz.
Ihr zu Hause befindet sich in Wharfton, einem kleinen Ort, der sich direkt an die Enklave anschließt. Umgrenzt sind diese beiden Verbände von Ödland und dem Trockensee, der lange vor Gaias Geburt bis zum Horizont voll Wasser gewesen sein soll, nun aber ausgetrocknet ist.
Die Bewohner Wharftons sind arm, ihnen werden Wasser und Strom von der Enklave zugeteilt, so dass beides oft nicht reicht. Währenddessen lebt man in der Enklave, die durch eine meterhohe Mauer umgrenzt ist, wesentlich besser. Dort haben die Bewohner ausreichend Lebensmittel, Strom und Wasser und es stehen zahlreiche Luxusgüter zur Verfügung. Um den Wohlstand der Stadt zu bewahren, darf niemand von außerhalb die Enklave betreten, während die Bewohner jederzeit nach Wharfton hinaus gehen dürfen.

Trotzdem war Gaia bisher sehr zufrieden mit ihrem Leben, denn von ihren Eltern hat sie in ihrem Leben so viel Liebe erfahren. Und das, obwohl sie doch seit ihrer Kindheit entstellt ist, da sie als Baby einen Unfall hatte, durch den eine ihrer Gesichtshälften durch eine Narbe für immer entstellt ist (im Laufe der Handlung stellt sich aber heraus, dass ihre Eltern sie absichtlich entstellten, um nach ihren zwei Söhnen nicht auch noch ihre Tochter an die Enklave zu verlieren).
Doch ihre Zukunft ist gesichert, da sie wie ihre Mutter die Hebamme ihres Sektors von Wharfton werden wird. Sie wird damit eine wichtige Aufgabe übernehmen, denn sie wird die Babyquote erfüllen müssen. Durch die Babyquote wird festgelegt, dass eine bestimmte Anzahl von Babys jeden Monat an die Enklave übergeben wird. Diese Babys sind die jeweils erstgeborenen Kinder einer jeden Hebamme pro Monat.

Eines Abends kommt Gaia von der ersten Entbindung nach Hause, die sie allein durchgeführt hat, da ihre Mutter bereits zu einer anderen Geburt gerufen worden war. Pflichtgetreu hat sie das Baby gemäß der Babyquote am Tor zur Enklave an Schwester Kohl übergeben.
Doch zu Hause erwarten sie nicht etwa ihre Eltern, sondern die alte Meg, die Gehilfin ihrer Mutter. Sie verkündet Gaia, man hätte ihre Eltern in die Enklave gebracht (was nichts Gutes bedeuten kann) und fordert sie auf, mit ihr in den Toten Wald zu gehen, der nach einem alten Mythos irgendwo hinter dem Ödland liegen soll. Doch Gaia weigert sich, einfach zu flüchten und so lässt die alte Meg sie zurück, nachdem sie ihr noch ein geheimnisvolles kleines Päckchen in die Hand gedrückt hat. Dieses Päckchen enthält ein mit seltsamen Symbolen besticktes Band, dass Gaia versteckt, in dem sie es sich unter ihr Kleid an den Oberschenkel bindet.
In ihrem Haus wartet bereits ein gewisser Bruder Grey auf Gaia, der sie zu ihren Eltern befragt. Die Sprache kommt darauf, ob Gaia von einer geheimen Liste wisse, die ihre Mutter über ihre Geburten geführt habe. Gaia verneint, obwohl sie bereits vermutet, dass das Band etwas damit zu tun haben könnte.

In den nächsten Tagen muss Gaia nun gezwungenermaßen die Hebammentätigkeit für ihren Sektor übernehmen, doch ihre Eltern kommen einfach nicht wieder. Vom Bäcker Derek erfährt Gaia schließlich, dass man ihre Eltern ins Gefängnis geworfen hat. Sofort steht fest: sie muss versuchen, ihre Eltern aus der Enklave zu befreien. Tatsächlich besitzt Derek Beziehungen und bietet ihr an, er könne sie in die Enklave hineinbringen – danach müsse sie allerdings allein weiterkommen. Gaia nimmt ohne zu zögern an und gelangt so in die Enklave.
Voller Angst, entdeckt zu werden, kämpft sie sich bis zum Bastionsplatz vor, an den sowohl die Bastion (Residenz des Herrschers über die Enklave) und das Gefängnis angrenzen. Dort wird gerade eine Hinrichtung durchgeführt und Gaia beginnt zu begreifen, wie skrupellos die Enklave herrscht – denn das Paar wurde zum Tode verurteilt, nur weil die Frau ein Baby austrug, welches laut Gentests nicht die optimalen Gene hätte. Denn die Enklave legt fest, welche Paare gemeinsam Kinder haben dürfen: je nachdem, ob die Gene sich gut kombinieren und gesunde Babys daraus hervorgehen.
Gaia kann es nicht ertragen, dass mit der Hinrichtung der Mutter auch noch ihr kleines Baby sterben soll, denn die Frau muss kurz vor der Geburt gestanden haben. Als die Leichen abtransportiert werden, schleicht Gaia deshalb hinterher und schneidet der toten Mutter das Baby aus dem Leib, in der Hoffnung, dass es noch am Leben ist. Tatsächlich kann sie das Baby retten, wird aber von Wachen der Enklave aufgegriffen, darunter Leon Grey, der sie damals im Haus ihrer Eltern befragt hatte.

Dafür wird Gaia ins Gefängnis geworfen und kommt zu den Ärztinnen in Zelle Q. Zunächst hofft sie, von hier aus ihre Eltern zu finden und mit ihnen fliehen zu können, doch diese Hoffnungen werden enttäuscht, denn niemand weiß, wo genau ihre Eltern sind. Während ihrer Zeit im Gefängnis wird Gaia immer stumpfer und verliert den Appetit, bis die Ärztin Sephie sie als Gehilfin mit zu einem Einsatz nimmt – denn die Ärztinnen der Zelle Q sind so wertvoll für die Enklave, dass man sie für Behandlungen aus dem Gefängnis herauslässt. Dass daran auch Leon Grey seinen Anteil hat, da er immer wieder versucht, Gaias Lage zu verbessern, interessiert sie wenig.
Gaia fast Vertrauen zu Sephie und hält der Enklave stand, die ihr gegen Kooperation die Freiheit verspricht. Doch mit dem Vertrauen zu Sephie begeht Gaia einen Fehler. Sephie verrät Gaia, um aus dem Gefängnis freizukommen und zu ihrer Familie zurückzukehren. So erfährt die Enklave von dem Codeband und den 3 Punkten, die Gaias Mutter jedem ihrer entbundenen Babys an den Fußknöchel tätowierte.

Gaia wird vom Gefängnis in die Bastion zu Bruder Iris gebracht, der sie zwingt, den Code auf dem Band ihrer Mutter zu entschlüsseln. Er erzählt Gaia auch, dass ihr Vater erschossen worden ist, da er ungehorsam war, dass aber ihre Mutter noch am Leben sei. Gaia trifft der Tod ihres Vaters tief, doch sie hat keine andere Möglichkeit, als den Code zu entschlüsseln, da sonst auch sie dem Tode geweiht ist. In ihrem Zimmer in der Bastion, welches trotz allem Luxus wie Strom und fließend Wasser eine Gefängniszelle für sie ist, entdeckt sie schließlich das Muster hinter den in das Band eingenähten Symbolen. Tatsächlich bildet das Band eine Geburtsliste mit genauen Datumsangaben. Langsam fasst Gaia in dieser Zeit auch Vertrauen zu Leon Grey, der sie besuchen kommt und ihr hilft, den Tod ihres Vaters zu verwinden. Doch er ist weiterhin nicht bereit, ihr zur Flucht zu verhelfen, obwohl Gaia mittlerweile weiß, dass Leon der Adoptivsohn des Protektors (Herrscher der Enklave) ist und somit begrenzt Einfluss nehmen kann.

Schließlich kann Gaia einen ihrer Bewacher, Sergeant Bartlett, dazu überreden, ihr eine Möglichkeit zur Flucht zu bieten. Kurz vor ihrer Flucht findet sie außerdem heraus, das Bartlett ihr Bruder Orion ist, den ihre Eltern wegen der Babyquote an die Enklave abgeben mussten.
Mit Mühe gelingt es Gaia anschließend, aus der Bastion herauszukommen, doch man sucht bereits mit Hochdruck nach ihr. Glücklicherweise erhält sie Hilfe von Mace, einem Bäcker der Enklave, der dank Derek über die Situation Bescheid wusste. Er und seine Familie verstecken Gaia fortan, doch sie weiß, dass sie nicht ewig bleiben kann.

Durch Mace’ Familie versteht Gaia auch, warum die Enklave so dringend nach Geburtslisten sucht: Die Bluterkrankheit hat sich in der Enklave immer weiter ausgebreitet, da die Familien untereinander zu oft Kinder bekamen. Daran konnte auch das „frische“ Erbgut der Babys aus Wharfton nichts ändern. Bei diesen Babys aus Wharfton hatte die Enklave nun aber ein Gen entdeckt, dass gegen die Bluterkrankheit resistent machte und deshalb musste man herausfinden, von wo die Babys stammten, um diese Gene erforschen und in der Enklave verbreiten zu können. Trotzdem kann Gaia die Methoden der Enklave einfach nicht verstehen…

Bei Mace erfährt sie außerdem, dass ihre Mutter mit zwei anderen Frauen in einem Turm der Bastion gefangen ist. Fieberhaft arbeitet sie an einem Plan, um sie zu befreien. Dabei steht ihr Leon nun zur Seite, denn er hat sich entschlossen, Gaia heil aus dieser Sache herauszuhelfen.
In die Bastion eindringen muss Gaia allerdings allein: Schwester Kohl gibt ihr widerwillig die Möglichkeit, zum Turm zu gelangen. Dort muss sie allerdings feststellen, dass ihre Mutter schwach und hochschwanger ist. Trotzdem wagen die beiden die Flucht, doch der Versuch misslingt.
In einem Wäschezimmer der Bastion, in dem sie sich verstecken müssen, da Gaias Mutter die Kraft fehlt weiterzugehen, bringt Gaia ihre Schwester zur Welt, doch ihre Mutter hat schwere innere Blutungen und so muss Gaia hilflos mit ansehen, wie ihre Mutter verblutet und stirbt. Trotzdem rafft sie sich auf, denn sie hat ihrer Mutter versprochen, die kleine Maya heil aus der Enklave zu bringen und sich um sie zu kümmern.

Als sie aus der Bastion flieht, weiß sie genau, dass sie sich nirgendwo mehr verstecken kann. Leon steht ihr wieder zur Seite und gemeinsam planen sie, aus der Enklave auszubrechen und fortzugehen. Dazu wollen sie sich als Wohlhabende der Enklave verkleiden und dringen in ein Haus ein, um sich deren Kleidung zu verschaffen. Dort kommen sich Gaia und Leon näher, denn im Laufe der Zeit haben sie Gefühle füreinander entwickelt.
Als sie sich schließlich aufmachen in Richtung Mauer, wissen sie, dass sie beobachtet werden. Und als sie von Grenzwächtern aufgegriffen werden, stößt Leon sie von sich, um sie zu retten. So entkommt sie, während er festgenommen wird.

Allein und traurig geht Gaia zu alten Freunden in Wharfton, die sie mit Lebensmitteln und Kleidung ausstatten und legt ihr Ziel fest: sie wird mit Maya das Ödland durchqueren und zum Toten Wald gehen, denn hier in Wharfton wird sie immer eine Verfolgte bleiben. Schnellstmöglich bricht sie auf und ihr bleibt nur die Hoffnung auf’s Überleben und ein Wiedersehen mit Leon…

Kommentare:

  1. Hach, ich bin immer noch ganz begeistert von dieser Aktion. Vielen Dank für die tolle Zusammenfassung, der nächste Band kommt ja bald raus und so weiß ich wenigstens wieder, was passiert ist :-)

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  2. Die hat mir direkt wieder einmal geholfen :). Danke an euch! Nun fang ich Band 2 mal an :)

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  3. VIELEN DANK <3 Jetzt kann ich den 2ten Band anfangen & weiß wieder den genauen Inhalt des 1ten, obwohl ich den vor langer Zeit gelesen hatte ;)

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